Côte d'Azur (Französische Riviera)
 
 
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Traditionelle Küche Liguriens
Farinata
Die farinata (fainà auf Genuesisch) ist wahrscheinlich das älteste Gericht Liguriens. Eine Legende besagt, dass eine Gruppe römischer Legionäre während einer Belagerung eine Speise aus Wasser und Kichererbsenmehl auf einem Schild zubereiteten. Welchen Wahrheitsgehalt diese Geschichte hat, ist nicht bekannt. Belegt ist aber, dass die Mittelmeervölker jener Zeit, unter ihnen die Ligurer, diese Speise bereits kannten.
Hier das klassische Rezept, wobei darauf hinzuweisen ist, dass ohne einen richtigen Holzofen die Aussichten, etwas zu backen, was der echten farinata auch nur im Entfernten ähnelt, nicht sehr hoch einzuschätzen sind.
Zutaten für 4 Personen.
400 g Kichererbsenmehl
4 Löffel kaltgepressten Olivenöl (extra vergine)
1,5 l Wasser
Salz und Pfeffer
Zubereitung
Das Kichererbsenmehl in eine Schüssel geben, und eine Mulde in das Mehl drücken. Das Wasser langsam in die Mitte hineingießen, sorgfältig rühren, damit sich keine Klumpen bilden. Ein Vorgang den man sorgfältig durchführt, bis man einen homogenen, recht dünnen Teig hat, der leicht am Löffel anklebt und einen Film bildet.
Mit Salz abschmecken, umrühren und die ganze Nacht ruhen lassen. Am Morgen mit einem Schaumlöffel den Schaum abschöpfen, der an der Oberfläche sich gebildet hat.
Eine ziemlich breite Ofenform (möglichst aus Kupfer) mit Öl einfetten, die "farinata" fingerdick hineingießen und kontrollieren, dass das Öl die Oberfläche leicht bedeckt. Im Ofen zirka eine halbe Stunde backen und herausnehmen, wenn die Oberseite goldbraun und etwas knusprig ist. Im Augenblick des Servierens etwas frisch gemahlenen Pfeffer darauf geben.
Pesto alla genovese
Die typischste und berühmteste Soße Liguriens. Grundlegende Zutat ist der Basilikum (Basilico). Der Name stammt vom Zerstampfen im Steinmörser mit einem Stößel aus Olivenbaumholz. Es werden hierbei Knoblauch, Salz, junge Basilikumblätter, Pinienkerne und Käse zu einem Brei zerrieben. Der Käse setzt sich zu einem Teil aus geriebenem sardischem Hartkäse und zu zwei Teilen aus Parmesan zusammen, die mit einer Drehbewegung zu einer homogenen Masse zu zerstoßen sind.
Zutaten
1 größerer Bund Basilikum
2 Knoblauchzehen
40 g Pinienkerne
1 Messerspitze Meersalz
25 g geriebener Pecorino (Schafkäse, nicht zu kräftig)
25 g frischen geriebenen Parmesan
1/8 l Olivenöl
Zubereitung
Alle Zutaten miteinander vermischen und mit einem Mörser zerstoßen (Pesto = Zerstoßenenes, Zerstampftes).
Für den modernen Haushalt hat sich der Pürierstab durchgesetzt, mit dem man das ganze für ca. 1 min. püriert.

Nicht nur die Qualität des Basilikums (die Gegend, die dazu als die geeigneteste betrachtet wird, ist jene, die von Genua bis Pra reicht), sondern auch die Art, wie man den Pesto zubereitet, beeinflussen dessen Geschmack.
Der traditionelle Holzstößel zerdrückte die Blätter und rieb sie mittels der Drehbewegung des Handgeleks auf. Auf diese Weise entfaltete der Basilikum seinen ganzen Geschmack.
Der Mixer oder der Pürierstab zerschneiden hingegen die Blätter und verstopfen dabei die Poren. Dadurch wird die völlige Entfaltung des Geschmacks verhindert.
Außerdem verdusten durch die Hitze, die von den schnell drehenden Klingen erzeugt wird, auch noch die aromatischen Öle.

Deshalb bleibt die traditionelle Methode der Zubereitung mittels Stößel und Marmormörsel nach wie vor die beste für die Zubereitung des Pesto.
Pansotti con salsa di noci
Die salsa di noci (Walnusssauce) ist zwar nicht so berühmt wie ihr Vetter, der Pesto, in Ligurien aber nicht weniger beliebt. Zusammen mit den pansotti (eine Teigtaschen-Art) ergibt sie eines der beliebtesten Festtagsgerichte.
Rezept (für 6 Personen)
Zutaten für die Soße
400 g Walnusskerne
75 g Extra-vergine-Olivenöl
40 g geriebener Parmesan
3 große Scheiben Toastbrot
20 Blätter Majoran
6 EL Milch
1 Knoblauchzehe
Zubereitung der Soße
Die Walnusskerne und die Knoblauchzehe im Mörser zerstoßen und mit dem Parmesan vermischen.
Das Weißbrot in der Milch (bzw. auch etwas Sahne) einweichen, wenn es sich vollgesogen hat, pürieren und mit dem Öl, etwas lauwarmen Wasser vermischen, mit den Walnüssen vermengen und umrühren, bis man eine homogene Soße erhält.
Zutaten für die Füllung
150 g frische Ricotta
600 g prebuggiun (ist ein Bund verschiedener würzigen Kräuter, dessen Zusammensetzung von Jahreszeit zu Jahreszeit variieren kann, z.B. Borretsch, Mangold, Spinat, Zichorie, Feldsalat, Kerbel, Löwenzahn)
100 g geriebener Parmesan
10 g Butter
1 EL Olivenöl (extra vergine)
eine Prise Muskatnuss
2 Eier
Salz
Zubereitung der Füllung
Gemüsekräuter waschen, kurz in kochendem Wasser blanchieren, abgießen, gut ausdrücken und fein hacken.
Alles mit Ricotta, Butter, Öl, Ei und Parmesan vermischen und mit Salz und Muskatnuss abschmecken.
Zutaten für den Teig
400 g Mehl
1 Glas Wasser
1 Ei und 1 Eigelb
Eine Prise Salz
3 EL Weißwein
Zubereitung der Pansotti
Aus Mehl, Ei, Salz, Wasser und Wein einen glatten Nudelteig kneten.
Den Teig in Folie einschlagen und etwas ruhen lassen.
Den Teig portionsweise auf der bemehlten Arbeitsfläche (geht auch mit der Nu­delmaschine) dünn ausrollen und mit Mehl bestäuben.
Aus dem Teig Quadrate von ca. 10 cm Seitenlänge ausschneiden, mit je 2 TL Füllung belegen und zu Dreiecken zusammenklappen.
Die Ränder zusammendrücken, die Teigtaschen mit Mehl bestäuben und nebeneinander auf die bemehlte Arbeitsfläche legen, damit sie nicht zu­sam­men­kleben.
Die pansotti in reichlich kochendem Salzwasser portionsweise ca. acht Minuten garen, mit einer Schaumkelle aus dem Wasser nehmen und abtropfen lassen.
Auf vorgewärmte Teller geben, mit Sauce überziehen, mit Parmesan bestreuen und servieren.
Minestrone alla genovese
Die klassische italienische Gemüsesuppe in ihrer genueser Variante.
Rezept (für 4 Personen)
Zutaten

150 g kleine Nudeln
300 g Kartoffeln
2 Karotten
2 gehäutete und entkernte Tomaten
1 Stange Sellerie
1 Zwiebel
1 gehackte Knoblauchzehe
Petersilie
1/2 kg Gemüse nach Jahreszeit (Mangold, Kürbiss, dicke Bohnen, Zucchini, Broccoli, Lauch oder anderes)
1 EL Pesto (mit Pinienkernen)
1 Parmesanrinde
1/2 Glas Olivenöl
1 L Wasser

Die Zwiebel schälen und fein würfeln. Die Tomaten würfeln, die Kartoffeln schälen, waschen und klein würfeln. Das übrige Gemüse waschen und putzen, ebenfalls klein würfeln.
Etwas Öl im Topf auf dem Herd leicht erhitzen, die Zwiebel goldgelb werden lassen.
Das Wasser aufgießen und aufkochen, anschließend das Gemüse (bis auf die Tomaten) und die Kartoffeln hinzufügen, zum Schluss die Tomaten und den Knoblauch.
Bei niedriger Flamme für etwa zwei Stunden weiter köcheln lassen.
Bei Halbzeit Parmesanrinde hinzufügen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zum Schluss den Pesto einrühren.

 
 
   
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